Mediation


Konflikte gehören zum Alltag – in Teams, Partnerschaften und Organisationen. Sie entstehen, wenn Unterschiede in Zielen, Werten oder Erwartungen aufeinandertreffen. Das allein ist weder ungewöhnlich noch problematisch. Schwieriger wird es, wenn Konflikte nicht wahrgenommen, ignoriert oder falsch bearbeitet werden. Dann können sie eskalieren, das Miteinander belasten und die eigene Handlungsfähigkeit einschränken.

Die Arbeit mit Konflikten beginnt also frühzeitig und bewusst: Sie bedeutet nicht, Streit zu provozieren, sondern Verständnis zu schaffen, Dynamiken sichtbar zu machen und konstruktive Lösungen zu ermöglichen.

Mediation: ein neutraler Raum für Dialog

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, das Konfliktparteien unterstützt, gemeinsam Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten tragfähig sind. Sie basiert auf folgenden Prinzipien:

  • Freiwilligkeit – niemand wird gezwungen

  • Allparteilichkeit – die Mediatorin/der Mediator bleibt neutral

  • Vertraulichkeit – alles Gesagte bleibt geschützt

  • Eigenverantwortlichkeit – Lösungen kommen aus den Beteiligten selbst

Mediationsarbeit eröffnet Kommunikation statt Konfrontation, ermöglicht gegenseitiges Verstehen und legt den Grundstein für nachhaltige Vereinbarungen.

Konfliktstufen nach Glasl

Friedrich Glasl beschreibt Konflikte als einen Eskalationsprozess in neun Stufen. Jede Stufe ist mit typischen Wahrnehmungen, Emotionen und Verhaltensmustern verbunden. Entscheidend ist: Je früher ein Konflikt bearbeitet wird, desto größer ist der Gestaltungsspielraum.

Stufe 1: Verhärtung

Unterschiedliche Standpunkte stehen nebeneinander. Spannungen sind spürbar, die Beteiligten gehen jedoch noch davon aus, dass sich das Problem sachlich lösen lässt.

Stufe 2: Debatte und Polemik

Positionen werden gegeneinander verteidigt. Argumente verhärten sich, Zuhören fällt schwerer, Rechthaben gewinnt an Bedeutung.

Stufe 3: Taten statt Worte

Das Vertrauen in Gespräche nimmt ab. Kommunikation wird reduziert, Handlungen ersetzen Dialoge, erste Koalitionen entstehen.

→ Stufe 1–3: Win-Win-Ebene
Konflikte sind hier gut bearbeitbar. Mediation und Konfliktklärung wirken besonders präventiv und nachhaltig.

Stufe 4: Sorge um Image und Koalitionen

Das eigene Ansehen rückt in den Vordergrund. Parteien suchen Verbündete, Zuschreibungen und Misstrauen nehmen zu.

Stufe 5: Gesichtsverlust

Der andere wird offen oder subtil abgewertet. Respekt geht verloren, Kränkungen und Verletzungen prägen den Konflikt.

Stufe 6: Drohstrategien

Drohungen werden eingesetzt, um Druck auszuüben. Eskalation wird bewusst in Kauf genommen.

→ Stufe 4–6: Win-Lose-Ebene
Eine externe, professionelle Begleitung ist dringend zu empfehlen, um weitere Eskalation zu vermeiden.

Stufe 7: Begrenzte Vernichtungsschläge

Die Schädigung des Gegenübers wird wichtiger als der eigene Nutzen. Eigene Verluste werden akzeptiert.

Stufe 8: Zersplitterung

Der Gegner soll vollständig handlungsunfähig gemacht werden. Eskalation verselbständigt sich.

Stufe 9: Gemeinsam in den Abgrund

Totale Konfrontation: Auch der eigene Schaden wird in Kauf genommen, solange der andere verliert.

→ Stufe 7–9: Lose-Lose-Ebene
Mediation ist hier meist nicht mehr möglich; es braucht Krisenintervention oder machtbasierte Entscheidungen.

Professionelle Konfliktbegleitung unterstützt dabei, Eskalationsdynamiken frühzeitig zu erkennen und Konflikte dort zu bearbeiten, wo noch Beziehung, Kommunikation und Lösungen gestaltbar sind. Je früher ein Konflikt wahrgenommen und bearbeitet wird, desto einfacher, schneller und nachhaltiger ist die Lösung.

Für wen Mediation geeignet ist

Mediation kann unterstützen, wenn Sie:

  • wiederkehrende Spannungen oder Missverständnisse erleben

  • schwierige Gespräche begleiten oder vorbereiten möchten

  • Konflikte konstruktiv lösen wollen

Sie eignet sich für Einzelpersonen, Teams und Organisationen.

Ihr Nutzen

  • Klarheit über Konfliktdynamiken

  • Entlastung und bessere Kommunikation

  • Sicherheit und Handlungskompetenz

  • Nachhaltige Lösungen statt kurzfristiger Kompromisse

Kontakt

Wenn Sie Interesse an professioneller Konfliktbegleitung oder Mediation haben, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.
Ein unverbindliches Vorgespräch klärt, welches Vorgehen zu Ihrem Anliegen passt.

Kontakt aufnehmen

Häufige Fragen zur Mediation:

  • Mediation ist ein klar strukturiertes Verfahren, bei dem alle Konfliktparteien freiwillig teilnehmen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Konfliktberatung kann auch mit Einzelpersonen stattfinden und dient häufig der Klärung, Einordnung oder Vorbereitung schwieriger Gespräche. Welches Format sinnvoll ist, klären wir im Vorgespräch.

  • Nein. Im Gegenteil: Mediation und Konfliktbegleitung sind besonders wirksam, wenn Konflikte frühzeitig bearbeitet werden – also bevor Fronten sich verhärten oder Beziehungen Schaden nehmen.

  • Mediation eignet sich für zwischenmenschliche, teambezogene oder organisationale Konflikte, zum Beispiel bei Zusammenarbeit, Rollenklärung, Führung, Kommunikation oder Veränderungsprozessen.

  • Auch dann ist Mediation sinnvoll. Sie kann helfen, gegenseitiges Verständnis zu erhöhen, Eskalationen zu stoppen und Klarheit über nächste Schritte zu gewinnen – selbst wenn keine abschließende Vereinbarung entsteht.

  • In einem unverbindlichen Vorgespräch klären wir Ihr Anliegen, die Beteiligten und den passenden Rahmen. Sie entscheiden danach in Ruhe, ob und wie Sie die Begleitung in Anspruch nehmen möchten.